BPOL-HB: Lokführer geschockt: Mann im Bahnhof Eystrup beinahe überfahren
Bremen (ots) - 23.02.2012, 06:05 Uhr, Bahnstrecke Hannover - Wunstorf - Bremen
Seinen Leichtsinn beim verbotenen Abkürzen über die Gleise hat ein 57-jähriger Mann heute Morgen im Bahnhof Eystrup beinahe mit dem Leben bezahlt. Der 50-jährige Lokführer erlitt einen Schock und musste abgelöst werden.
Zunächst wollten zwei Männer den Weg über die Schienen vom Gleis 1 zum Gleis 3 abkürzen, obwohl der Regionalexpress 4402 von Hannover in Richtung Bremen bereits einfuhr. Durchfahrende Züge passieren den Bahnhof sonst mit 160 km/h, zurzeit wegen der Baustelle mit 120 km/h.
Der Lokführer erkannte die Gefahr und gab einen Achtungspfiff ab. Sein Regionalexpress war mit rund 80 km/h in der Einfahrt zum regulären Halt. Während ein unbekannter Mann stehenblieb, lief der 57-Jährige mit einem Koffer in der Hand einfach weiter. Dadurch wurde der Lokführer zur Schnellbremsung gezwungen.
Anstatt nun sein schweres Gepäck fallen zu lassen, streckte der 57-Jährige seinen Koffer einem Mann auf dem Bahnsteig entgegen. Der zog den "Gleisüberschreiter" geistesgegenwärtig mitsamt seinem Koffer unmittelbar vor dem Zug auf den Bahnsteig.
Dabei befand sich der Mann bereits im toten Winkel des Lokführers. Es gab einen Aufschrei unter den zahlreichen Reisenden. Der Zug rauschte noch zehn Meter an der Stelle vorbei. Der Lokführer musste davon ausgehen, den Mann mit seiner 80 Tonnen schweren Lokomotive überfahren zu haben. Auf die Erleichterung, dass der Mann unverletzt überlebt hatte, folgte ein Schock.
Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. In diesem Zusammenhang wird wiederholt vor dem Abkürzen über Bahngleise gewarnt. Zudem können weitere zivilrechtliche Folgen drohen, wenn Reisende im Zug durch Schnellbremsungen stürzen oder Schäden an den Rädern entstehen.
Rückfragen bitte an: Bundespolizeiinspektion Bremen Pressesprecher Holger Jureczko Telefon: 0421 16299-604 o. Mobil: 0172 893 8080 E-Mail: holger.jureczko@polizei.bund.de www.bundespolizei.de

