BPOLD-H: Grenzüberschreitender Einsatz der Bundespolizei - Festnahme eines Intensivtäters in Aachen
Hannover (ots) - Ereignisort Aachen
Mit der Unterstützung von niederländischen Ermittlungsbehörden gelang es der Bundespolizei am heutigen Tage, den Haupttäter einer Gruppierung von kriminellen Schleusern in den Räumlichkeiten der Aachener Ausländerbehörde zu verhaften. Der 25-jährige Somalier verfügte über eine deutsche Aufenthaltserlaubnis, die ihm aus humanitären Gründen erteilt wurde. Zur Planung und Durchführung seiner Taten hielt er sich jedoch überwiegend in den Niederlanden auf. Von dort koordinierte er offenbar als Chef eines "kriminellen Verkehrsunternehmens" die Schleusung von Somalis aus ihrem Heimatland über die Niederlande und die Bundesrepublik in skandinavische Staaten. Darüber hinaus steht der Beschuldigte im Verdacht, im größeren Stil mit der Kaudroge Kath gehandelt zu haben. Die Blätter der Kath-Pflanze werden insbesondere in Somalia und im Jemen als Alltagsdroge konsumiert. In der Bundesrepublik ist der Besitz oder Handel mit Kath durch das Betäubungsmittelgesetz unter Strafe gestellt.
Nach bisherigen Erkenntnissen nutzte der Beschuldigte für die Begehung der vorge-worfenen Straftaten weltweite Kontakte. Die Schleusungen wurden straff organisiert. Schleusungswillige Personen haben sich in Somalia oder Kenia an die Tätergruppe gewandt und zahlten für die Organisation der Schleusung bis zu 8.000 US-Dollar. Zumeist wurden sie auf dem Luftweg mit falschen Dokumenten nach Europa, insbesondere Italien, verbracht. Dort angekommen wurden die Geschleusten in Wohnungen untergebracht und warteten auf ihre "Weiterreise" in andere europäische Staaten. Der Tätergruppe werden drei Großschleusungen mit insgesamt 20 Personen zur Last gelegt. Bereits im November 2011 konnte ein Mittäter des Hauptbeschuldigten bei der wiederholten Einschleusung von somalischen Staatsangehörigen in das Bundesgebiet bei Bad Bentheim (Niedersachsen) durch Kräfte der Bundespolizei festgenommen werden. Gegen diesen Täter wurde Untersuchungshaft angeordnet. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelte die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Hamburg anschließend grenzüberschreitend und konnte die dominierende Rolle des 25-jährigen Afrikaners herausstellen. Des Weiteren konnte ermittelt werden, dass der Beschuldigte die strafbare Verbringung von Kath in europäische und nordamerikanische Staaten organisiert hat. Als der Somalier die Aachener Ausländerbehörde aufsuchte, vollstreckten Ermittler der Bundespolizei den zwischenzeitlich von der Staatsanwaltschaft Osnabrück erwirkten Haftbefehl. Anschließend wurden in Aachen und Utrecht (NL) mehrere Wohnungen durchsucht. Es wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.
Für weitere Auskünfte stehen Herr Helgo Martens (Tel.: 040 669950-5101) von der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Hamburg und Herr Alexander Retemeyer (Tel.: 0541 315-3638) von der Staatsanwaltschaft Osnabrück zur Verfügung.

